Erntebilanz: Etwas weniger Aepfel und deutlich weniger Pflaumen 2021

NRW-Milchwirtschaft verzeichnet Rueckgaenge

Weniger Betriebe, weniger Kühe, weniger Milch: Die Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr deutliche Rückgänge verzeichnet. Die Zahl der Milchviehhalter sank um 3,5 Prozent und damit erstmals unter die Marke von 5000 Betrieben, teilte die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW am Mittwoch mit. Die bislang relativ stabile Zahl der Milchkühe nahm zugleich laut der Novemberzählung um 2,3 Prozent auf gut 384 200 ab. Geschäftsführer Rudolf Schmidt sprach von einer Trendumkehr bei der Milchkuhzahl. Die Milchmenge schrumpfte um 2,2 Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen.


Immer weniger Landwirte halten Milchkühe. Dieser Trend ist bereits seit vielen Jahren zu beobachten. Allerdings ging dieser Prozess bisher mit immer größeren Tierbeständen bei den Landwirten einher, die an der Milchproduktion festhalten. Im Durchschnitt sind das aktuell 77 Milchkühe je Betrieb. Das sei nach sprunghaften Anstiegen jetzt nur noch ein leichtes Wachstum um eine Milchkuh je Betrieb oder 1,3 Prozent mehr, sagte Schmidt. Auch gebe es weniger junge Kühe, die noch nicht gekalbt haben und den Nachwuchs in den Ställen bilden: Die Zahl der Färsen sei binnen zwei Jahren um 15 Prozent gesunken.


Die Molkereien in NRW produzierten gut 10 Prozent weniger Trinkmilch. Die Landesvereinigung berichtete, dass pflanzliche Milchalternativen beispielsweise auf Hafer-, Soja- oder Mandelbasis weiter kräftige Zuwächse verzeichneten und inzwischen etwa 8 bis 10 Prozent der Trinkmilchmenge im Einzelhandel ausmachten. Die als Genussmittel wieder entdeckte Butter erlebe hingegen eine kleine Renaissance. Auch sei das wichtige Exportgeschäft wieder in Schwung kommen. Der Auszahlungspreis an die Landwirte sei zum Jahresende im Durchschnitt auf etwa 40 Cent je Kilogramm Rohmilch gestiegen. Die Landwirte spürten starken Druck durch höhere Energie- und Futterpreise.

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